Wenn ich euch so betrachte - wie ihr hinter Besitz und Ruhm herrennt, nach An- und Aussehen strebt - wie ihr euch versteckt, eure Wünsche und Gedanken tarnt im farblosen Gerede über dies und das und nicht wissen wollt, was in euch ist, dann meine ich manchmal, ich sehe einem Puppentheater zu, bin glücklich, nur Zuschauer zu sein und frage mich: Wer lässt die Puppen tanzen?

Haben Sie einen Witz schon mal so oft gehört, dass Sie vergessen haben, was daran komisch ist? Und dann hören Sie ihn wieder und plötzlich ist er ... wie neu. Und Sie erinnern sich, warum Sie ihn das erste Mal so schön fanden. (Big Fish)



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Am Freitag war ich in Frankfurt um zusammen mit Marc einen Krankenhausbesuch bei Alina zu machen.

Ich weiß nicht, wie ich diesen Tag beschreiben soll (ich starre jetzt schon seit fünf minuten auf den Bildschirm) Ich habe dafür keine Worte - es war traurig, aber auch sehr sehr schön. Ich bin so froh, dass ich Alina nochmal sehen konnte, denn wir wissen inzwischen alle, dass sie nicht mehr viel Zeit übrig hat. Ich habe versucht mich innerlich zu wappnen, habe mir versucht vorzustellen, wie sie wohl aussieht, damit ich nicht erschrecke wenn ich sie sehe, aber darauf kann man sich wahrscheinlich nicht richtig vorbereiten.
Sie hat sich aber wirklich darüber gefreut, uns zu sehen. Wir haben über alles mögliche geredet, auch über den Tod. Sie meinte, dass sie sich einfach nicht damit abfinden kann zu sterben. Sie hat Angst, vorallem davor, ihre Freunde und ihre Familie verlassen zu müssen... Sie hätte ja auch noch so viel vor sich gehabt. Endlich fertig mit dem Studium und sie und Daniel wollten durch Afrika reisen und endlich anfangen zu arbeiten, eine neue gemeinsame Wohnung, eine neue Stadt entdecken - darauf hatte sie sich schon so lange gefreut, sie wollte endlich richtig durchstarten. Sie hat dann auch angefangen zu weinen und ich musste mich schwer zusammenreissen nicht auch einfach komplett in Tränen auszubrechen. Losschluchzen musste ich dann aber auch und Marc hatte Tränen in den Augen. Wo bleibt da nur die Gerechtigkeit? Alina ist ein toller Mensch. Einer der aufrichtigsten Menschen, die ich bisher kennengelernt habe.
Alina wurde dann schnell sehr müde und während wir immer leiser geredet haben, ist sie auch ebenso schnell eingeschlafen. Ich konnte mich gar nicht von dem Anblick losreissen - ich fand es unglaublich beruhigend, zu sehen wie sie atmet. Sie sah so zerbrechlich aus und ich fand die Vorstellung, dass ihr Brustkorb sich bald nicht mehr so regelmäßig hebt und senkt und ihre Augenlieder bald nicht mehr so zucken könnten, unerträglich.
 
Marc hat schließlich vorgeschlagen, frische Luft schnappen zu gehen. Also sind wir durch den Krankenhausgarten gelaufen und haben größtenteils geschwiegen... und geküsst... und laufend zwischen Bedrücktheit und Glückseligkeit gependelt.

Wir haben uns dann noch mit ihrem Freund Daniel in der Caféteria getroffen und sind wieder zu ihr hoch gegangen um uns langsam zu verabschieden. Alina ging es nicht gut, also sind wir ziemlich schnell wieder verschwunden. Mit dem unbestimmten Gefühl, dass dies das letzte Mal war, an dem ich Alina sehen durfte... Und vielleicht, wahrscheinlich, ist auch das nächste Mal, an dem ich Marc sehen werde, ihre Beerdigung.

25.10.09 13:09
 


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